Wossog Finanzberatung
Alexander Wossog

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Entscheiden sich Grenzgänger für die Versicherungspflicht in der Schweiz (KVG) können sie sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz Leistungen nach den, im jeweiligen Staat, gültigen Leistungsaussagen für die gesetzliche Krankenversicherung beanspruchen.
Die Beiträge zur Schweizer Grundversicherungen nach KVG können von jeder Kasse (mit Zustimmung des Bundesamt) selbst festgelegt werden und sind abhängig vom Wohnsitzland.
Ihr Einkommen, Geschlecht oder Gesundheitszustand spielen hierbei keine Rolle.
Die schweizerischen Krankenversicherungen unterscheiden sich nur im Hinblick auf Service und Prämienhöhe, die Leistungen sind mehr oder weniger einheitlich.

Bitte beachten Sie:
Die in D übliche „hälftige“ Beitragszahlung bzw. die Familienversicherung ist in der Schweiz nicht bekannt.
Ihr Arbeitgeber beteiligt sich nicht an den Beiträgen zur Krankenversicherung und jeder Versicherte hat einen eigenen Beitragspflichtigen Vertrag.
Als Mitglied der schweizerischen Krankenversicherung zahlen Sie zwar nur an Diese die Beiträge...Sie  können sich aber sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland behandeln lassen.

Behandlungen in der Schweiz
Bei Arztbesuchen und Behandlungen in der Schweiz haben Sie Anspruch auf sämtliche gesetzlichen Leistungen der schweizerischen Grundversicherung nach KVG.
Diese sehen zunächst eine jährliche Kostenbeteiligung (Franchise) und danach noch einen jährlichen Selbstbehalt (10%  bis max. 700 CHF) vor.
Die Franchise beträgt bei Erwachsenen 300 CHF… Kinder & Jugendliche bis 18 Jahre haben keine Franchise.
Grenzgänger können keine höhere Franchise wählen und somit auch keine günstigeren Prämien vereinbaren.
Auch wenn die schweizerischen Leistungen recht umfangreich sind gibt es doch einige Behandlungen deren Erstattung nicht vorgesehen ist.
Das wohl bekannteste Beispiel sind Leistungen bei Zahnbehandlung bzw. Zahnersatz.
Die Schweizer Krankenversicherung sieht diese Leistungen nur in wenigen Ausnahmefällen vor.
Selbstverständlich können Sie sich auch von einem Schweizer Zahnarzt behandeln lassen… diese Kosten tragen Sie dann aber allein.
Und damit haben wir den Übergang zu:

Behandlungen in Deutschland
Sehr wahrscheinlich wollen Sie sich aber auch weiterhin von Ihren deutschen Ärzten untersuchen und behandeln lassen.
Dazu müssen Sie sich eine deutsche Referenzkasse wählen (in der Regel Ihre letzte deutsche GKV).
Von Ihrer Schweizer Krankenkasse erhalten Sie hierzu das Formular „E 106“ mit dem Sie in D bei der GKV einen Antrag auf Betreuung stellen.
Von der betreuenden Krankenkasse erhalten Sie eine Chipkarte, die Sie dann beim Arztbesuch in Deutschland vorlegen.
Damit haben Sie Anspruch auf sämtliche Leistungen die das deutsche KV-System vorsieht.
Lassen Sie sich also von einem Zahnarzt an Ihrem deutschen Wohnort untersuchen oder behandeln werden Ihnen diese Kosten nach den gültigen Vorschriften der deutschen gesetzlichen Krankenkassen ersetzt.

Bitte beachten:
Je nachdem in welchem Land Sie sich untersuchen oder behandeln lassen gelten die gesetzlichen Leistungsansprüche und die gesetzlichen Selbstbehalte oder Erstattungshöchstgrenzen.

 

Auch noch wichtig:
Wenn Sie sich für eine gesetzliche Krankenversicherung in der Schweiz entscheiden, ist die Pflegepflichtversicherung nicht vorgeschrieben.
Bei einer Grundversicherung nach KVG sind Sachleistungen wie ambulante Krankenpflege zu Hause oder im Pflegeheim abgedeckt.
Wechseln Sie später wieder zurück in die deutsche GKV wird Ihnen diese Vorversicherungszeit angerechnet und Sie haben deshalb sofort Anspruch auf die Leistungen der deutschen Pflegepflichtversicherung.

 

ebenfalls ganz wichtig:
Jeder Arbeitnehmer ist in der Schweiz über die SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt)  gegen die Krankheitskosten aufgrund eines Unfalls (beruflich & privat) pflichtversichert.
Den Beitragsanteil für betriebliche Unfälle übernimmt der Arbeitgeber zu 100%, der Beitragsanteil für private Unfälle wird in der Regel vom AN gezahlt.
Die SUVA trägt im Falle eines Unfalles sämtliche entstandenen Krankheitskosten (inkl. Zahlung eines Krankentagegeldes)
Somit kann der Grenzgänger eine Krankenversicherung ohne Leistung bei Unfall abschließen.
Mitzuversichernde Angehörige sind nicht bei der SUVA versichert => deren Krankenversicherung muss daher Leistungen bei Unfall enthalten.

Schweizer GKV berechnen für jeden Versicherten einen eigenen Beitrag => d.h. die nicht erwerbstätige Frau und Kinder müssen gesondert versichert werden.
Deutsche Grenzgänger haben derzeit die Möglichkeit diese Familienangehörigen von der Versicherungspflicht befreien zu lassen und dann bei einer deutschen GKV im Rahmen des sog. „Hausfrauentarif“ als freiwillige Mitglieder zu versichern.
Mit ca. 170,- € mtl. (GKV und PPV) ist dies die aktuell Kostengünstigste Variante => das Einkommen des Grenzgängers spielt dann keine Rolle.

Die Krankenkassen haben für die Grundversicherung (nach KVG) einen Kontrahierungszwang
=> Aufnahme ohne Gesundheitsprüfung.
Ein Wechsel der Kasse ist immer nur zu einer anderen gesetzlichen Kasse möglich
=> hierbei muss die Nachfolgeversicherung nachgewiesen werden.

 

und zu guter Letzt:
Als Mitglied einer gesetzlichen schweizerischen Krankenversicherung und einer deutschen Referenzkasse gelten Sie als „freiwillig gesetzlich versichert“.
Sie haben somit die Möglichkeit auch nach dem 55- ten Lebensjahr (Rückkehr nach D bzw. Pensionierung) in eine deutsche GKV zu wechseln.
Sofern Sie nur einen schweizerischen Pensionsanspruch haben können Sie auch nach Ihrer Pensionierung weiterhin bei Ihrer schweizerischen Kasse bleiben.
Sollte jedoch auch in D eine gesetzliche Altersrente gezahlt werden (unabhängig von der Höhe) müssen Sie in die deutsche GKV wechseln.

"Ehemalige" Grenzgängerinnen können sich während des Erziehungsurlaub als freiwilliges Mitglied bei Ihrer deutschen GKV versichern.
Anders als bei deutschen Angestellten im Erziehungsurlaub sind hierfür monatliche Beiträge in Höhe von ca. 170,- € fällig

 

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